Aktuelle Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2019/20

Proseminar: Geschlossenes und offenes Drama

Wenn man vom geschlossenen bzw. offenen Drama spricht, verwendet man eine idealtypische Terminologie, die nur in der literaturwissenschaftlichen Abstraktion und als gegensätzliches Begriffspaar existiert. Während der Typ des geschlossenen Dramas das klassizistische Theater z.B. der Weimarer Klassik sowie alle Schauspiele benennt, die von der aristotelischen Lehre der drei Einheiten von Ort, Zeit und Handlung sowie von der Ständeklausel inspiriert sind, bezeichnet der Begriff des offenen, auf Shakespeare zurückgeführten und erstmals im Sturm und Drang etablierten Dramas eine sich bewusst über diese Restriktionen hinwegsetzende Architektonik bzw. Figurengestaltung. Unter schwerpunktmäßiger Berücksichtigung der mit jener Terminologie verbundenen Fragestellungen führt das Seminar in grundlegende Techniken der Dramentextanalyse ein und diskutiert die einander gegenübergestellten Dramenformen anhand von Schillers Maria Stuart und Büchners Woyzeck.

Termin: Donnerstag, 14–16 Uhr, Raum S.10.15, Beginn am 17.10.2019

Proseminar: Die soziale Ballade von Goethe bis H.C. Artmann

Balladen sind fiktionale Erzählgedichte geringen Umfangs in Versen, die sich von anderen episch-fiktionalen Gattungen durch ihre spezifische teleologische Vorgangsstrukturierung unterscheiden (Hartmut Laufhütte). Was sie erzählen, lässt sich natürlich nicht einfach auf einen Nenner bringen und ist von vielen autor-, epochen- und gattungsspezifischen Voraussetzungen abhängig. Dennoch hält sich im allgemeinen Bewusstsein die vermutlich durch prominente Texte Goethes und Fontanes geprägte Vorstellung, Balladen seien für die Präsentation naturmagischer, mythologisch-nordischer oder historischer Stoffe besonders geeignet. Weit weniger bekannt ist, dass es nicht erst seit Brecht, sondern schon seit dem Sturm und Drang viele Exemplare gibt, in denen soziale Themen behandelt werden oder zumindest eine wichtige Rolle spielen. Das Seminar stellt solche Balladen von Goethe, Schiller, Chamisso, Droste-Hülshoff, Heine, Fontane, Liliencron, Brecht, Kästner und H.C. Artmann vor.

Termin: Mittwoch, 16–18 Uhr, Raum N.10.18, Beginn am 16.10.2019

Einführung in die Literaturwissenschaft (4 Kurse)

Im Grundkurs Literaturwissenschaft werden die für ein erfolgreiches Fachstudium notwendigen grundlegenden Arbeitstechniken und Fähigkeiten zur Textanalyse vermittelt. Der Grundkurs wird durch ein zweistündiges Tutorium ergänzt.

Termin Kurs I: Montag, 10–12 Uhr, Raum O.08.29, Beginn am 14.10.2019
∗ Tutorium: Tanja Bosse und Joana Zitzmann (Donnerstag, 18–20 Uhr, Raum S.10.15)
Termin Kurs II: Montag, 14–16 Uhr, HS 19 (Raum O.07.01), Beginn am 14.10.2019
∗ Tutorium: Fabienne Kurtz und Juliane Stolle (Freitag, 8–10 Uhr, Raum O.07.24)
Termin Kurs III: Mittwoch, 12–14 Uhr, HS 15 (Raum O.06.01), Beginn am 16.10.2019
∗ Tutorium: Nathalie Gemünd, Fabienne Kurtz und Juliane Stolle (Freitag, 8–10 Uhr, Raum O.08.37)
Termin Kurs IV: Donnerstag, 10–12 Uhr, Raum O.08.37, Beginn am 17.10.2019
∗ Tutorium: Tanja Bosse, Svenja Kollmeyer und Joana Zitzmann (Donnerstag, 18–20 Uhr, Raum S.10.18)

Kandidatenkolloquium

Vorgestellt und diskutiert werden im Entstehen begriffene schriftliche Abschlussarbeiten und allgemeine methodologische Probleme der Literaturwissenschaft. Sofern es die Zeitverhältnisse zulassen, analysieren wir aktuelle Medieninterventionen zu politischen, gesellschaftlichen oder kulturellen Themen.
Teilnahme nur auf persönliche Einladung möglich.

Termin: Donnerstag, 16–18 Uhr, Raum K 7 (K.11.15), Beginn am 24.10.2019

Wegweiser